Wernher von Braun

Wernher von Braun wurde am 23. März 1912 in Wirsitz (heute Wyrzysk, Polen) als Sohn eines Bankdirektors und Reichsministers geboren.

Nach dem Abschluss der Schule mit Abitur studierte von Braun an der Technischen Hochschule Berlin, wo er 1934 in naturwissenschaftlichen Fächern promovierte. Bereits in seiner Jugend hatte von Braun mit Raketen und diversen anderen Flugkörpern experimentiert. In Anschluss an sein Studium erreichte er bei Modellversuchen spektakuläre Erfolge, die ihn für die Kriegsrüstung interessant werden ließen. Ab 1930 wurde von Braun Mitarbeiter des Heereswaffenamtes und 1937 wurde er technischer Direktor des Raketenforschungszentrums in Peenemünde, beim dazu eigens gegründeten Raketenwaffenamt.

Hier leitete er die Entwicklung der Flüssigkeitsrakete A 4, die zum Vorläufer der V2 wurde und noch im selben Jahr durch eine Automatiksteuerung fliegen konnte. Adolf Hitler, der die Projekte mit gigantischen Summen unterstützte, war zu keiner Zeit wirklich an der Arbeit Wernher von Brauns interessiert. Grund dafür war, dass von Braun jede Hoffnung auf die schnelle Entwicklung einer als Waffe brauchbaren Rakete in die ferne Zukunft verwies. Als sich jedoch eine Kriegsniederlage des nationalsozialistischen Deutschland 1943 immer mehr abzuzeichnen begann, wollte Hitler den Einsatz von Raketen forciert wissen.

Bald war die ballistische Fernrakete V2 flugfähig, die erstmals am 8. September 1944 bei einem Angriff auf London zum Einsatz kam. Trotz der im Luftkrieg gegen Großbritannien hervorgerufenen Zerstörungen und Opfer, gelang es bis zum Kriegsende von 1945 nie, die V2 weiterzuentwickeln und zu vollenden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war jedoch die Bedeutung einer steuerfähigen Rakete als Waffe, insbesondere den USA und der Sowjetunion, klar. Wernher von Braun, der sich zu keiner Zeit innerhalb der Politik sowie der NSDAP verdient gemacht hatte, wurde nach kurzer amerikanischer Inhaftierung als „nicht belastet“ eingestuft und in die USA eingeladen, wo er zur weiteren Entwicklung seiner Arbeit jede erdenkliche Unterstützung erhielt.

Im Rahmen des amerikanischen Raketenprogramms wurde von Braun technischer Berater an den „White Sands Proving Grounds“ in New Mexico. Ab 1950 arbeitete er in Huntsville Alabama, wo er bis 1960 das „Redstone-Missile-Programm“ und das „Mars-Projekt“ leitete. Während dieser Zeit nahm von Braun 1955 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1958 wurde unter seinem Einfluss die Jupiter C Rakete fertiggestellt, die im selben Jahr mit dem „Explorer I.“ den ersten Erdsatelliten ins All brachte. Von 1959 bis 1972 leitete er die Entwicklung des bahnbrechenden Saturn-Programms am „George C. Marshall Space Flight Center“ (NASA-Raumfahrtzentrum) in Huntsville. Hier gab er die entscheidenden Impulse zur Entwicklung und Fertigstellung der Trägerrakete „Saturn V.“.

Damit war von Braun maßgeblich an der Vorbereitung und Gestaltung des US-Mondflugprogramms „Apollo“ beteiligt. Unter US-Präsident Lyndon B. Johnson startete 1967 das Projekt „History of rocketry and space travel“. 1969 transportierte von Brauns Dreistufenrakete „Saturn V.“ die 41 Tonnen schweren Module, bestehend aus dem Mutterschiff „Columbia“, dem Raumgleiter „Apollo 11“ sowie der Mondlandefähre „Eagle“, zum Mond. Das Unternehmen war ein voller Erfolg: Kommandant Neil Armstrong betrat am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond. Noch im selben Jahr begann von Braun mit der Veröffentlichung der 20teilligen Lexikon-Reihe „Das Wissen der Gegenwart“. 1970 stieg er zum stellvertretenden Direktor der NASA und 1972 zum Vizepräsidenten des Luft- und Raumfahrtkonzerns „Fairchild“ auf.

Hier erarbeitete von Braun Pläne einer Weltraumstation und begann mit ersten Forschungen an einem wiederverwendbaren Raumgleiter, der zum Vorbild des „Space Shuttle“ wurde. Am 31. Dezember 1976 trat Wernher von Braun in den Ruhestand.

Wernher von Braun starb am 16. Juni 1977 in Alexandria.

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