Ritchie Blackmore

Ritchie Blackmore (* 14. April 1945 in Weston-super-Mare (North Somerset); eigentlich “Richard Hugh Blackmore”, manche Quellen erwähnen “Harold” als zweiten Vornamen, was bis heute kontrovers diskutiert wird), ist ein britischer Gitarrist und Songwriter. Blackmore wurde vor allem als Mitglied der beiden Rockbands Deep Purple und Rainbow bekannt. 1997 gründete er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Candice Night die Renaissance-Rock-Gruppe Blackmore’s Night. Das Paar lebt auf der amerikanischen Insel Long Island (New York).


Als Blackmore elf Jahre alt war, kaufte ihm sein Vater seine erste Gitarre, auf der Blackmore zunächst ein Jahr lang klassischen Gitarrenunterricht bekam, was seinen Stil bis heute stark beeinflusst hat. Er sagte:”If I was going to play this thing, he was either going to have someone teach it to me properly, or he was going to smash me across the head with it. So I actually took the lessons for a year – classical lessons – and it got me on to the right footing, using all the fingers and the right strokes of the plectrum and the nonsense that goes with it.” In den 1960er Jahren spielte er zunächst in einigen weniger bekannten Bands, wie z. B. The Outlaws. Unter Produzenten hatte sich sein Können bald herumgesprochen und so war er oft als anonymer Studiogitarrist auf unzähligen Singles als Begleitmusiker zu hören. Insbesondere mit dem Produzenten Joe Meek arbeitete er sehr oft zusammen. Neben vielen anderen begleitete er mehrfach den britischen Schockrocker Screaming Lord Sutch.
Deep Purple
Im Jahr 1968 gründete er mit dem Keyboarder Jon Lord die Band “Roundabout”, aus der bald Deep Purple hervorging. Mit der von ihm bevorzugten Fender-Stratocaster-E-Gitarre und seinem eigenwilligen, druckvoll-virtuosen Stil beeinflusste er eine ganze Generation von Rock-Gitarristen. Anfangs spielte er eine Gibson ES-335, stieg dann aber auf die Fender um. Die Zwischenräume zwischen den Bundstäbchen seiner Stratocaster sind konkav ausgehöhlt (scalloped), um ein violinartiges Vibrato mit den Fingern erzeugen zu können. Um einen besseren Spielkomfort zu erreichen, demontierte Blackmore zudem die mittleren Tonabnehmer seiner Gitarren. Zu seiner Spieltechnik ist zudem zu erwähnen, dass er häufiger als andere Gitarristen Daumen und kleinen Finger verwendet.
Sein exzentrisches Bühnen-Verhalten kann anhand von Deep Purples Auftritt 1974 beim California Jam illustriert werden: Nach Streitigkeiten mit dem Fernsehsender ABC verlor Ritchie Blackmore am Ende des Konzerts die Beherrschung und schlug mit dem Kopf seiner Gitarre in die Linse einer Kamera des Kamerateams. Anschließend ließ er einen seiner drei Marshall-Stacks von seinem Roadie in Brand setzen; durch die Verwendung von zu viel Benzin als Brandbeschleuniger geriet die Situation jedoch außer Kontrolle und endete in einer heftigen Verpuffung, die den Gitarristen fast von der Bühne schleuderte; die demolierten Teile des Equipments warf Ritchie anschließend ins Publikum. Insgesamt zerstörte Ritchie zwei seiner Gitarren, allerdings handelte es sich dabei um Stratocaster-Replicas.
Nachdem sich die Band 1976 aufgelöst hatte, initiierte Blackmore die Reunion von Deep Purple im Jahre 1984.
Als es erneut zu Konflikten zwischen Ian Gillan und Ritchie Blackmore kam, entschloss sich Ritchie Blackmore 1993, die Band zu verlassen.
Sein letztes Konzert mit Deep Purple gab er am 17. November 1993 in Helsinki.

Ausstieg und Engagement bei Rainbow
Im Jahr 1975 beendete Blackmore nach Streitigkeiten zunächst sein Engagement bei Deep Purple, unter anderem, weil die übrigen Bandmitglieder sich beharrlich weigerten, den Song “Black Sheep Of The Family” zu covern. Jedoch war es bereits während der Aufnahmen für das Album “Stormbringer” zu musikalischen Differenzen zwischen Blackmore und dem Rest der Band gekommen. Daraufhin gründete Blackmore die Rockband “Rainbow”, indem er Musiker aus der Band “Elf” bestehend aus bekannten Rockmusikern, wie z. B. Ronnie James Dio rekrutierte, die besonders auf dem deutschen Markt kommerzielle Erfolge zu verbuchen hatten, um dann – allerdings nach erneuten Spannungen zwischen Bandmitgliedern, allen voran mit (dem von Blackmore für eitel, arrogant und unfähig gehaltenen) Joe Lynn Turner – später wieder mit Deep Purple in einer Reunion zusammen zu spielen (1990-1992). Aus dieser Zeit stammt auch Blackmores Angewohnheit, den Schlusssatz “Ode an die Freude” aus Beethovens 9. Sinfonie bei vielen Konzerten in Verbindung mit einem ausgedehnten Gitarrensolo bei Rainbow und Blackmore’s Night, bzw. ein Gitarren- und Orgelsolo bei Deep Purple vorzutragen.
Rainbow-Reunion
1995 wurde Rainbow wiederbelebt, erneut unter dem Namen ‘Ritchie Blackmore’s Rainbow’. Aus der Zeit hervorgegangen ist das Album “Stranger In Us All”. Seine spätere Partnerin und Lebensgefährtin Candice Night ist auf diesem Album als Backgroundsängerin zu hören.
Das letzte Konzert dieser Tour gab Ritchie Blackmore mit seiner Band in Dänemark im Jahre 1997.
Neue Musik, alter Stil
Seit 1997 spielt Ritchie Blackmore zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Sängerin Candice Night in der Renaissance-Rock-Band “Blackmore’s Night”. Alte Burgen und Schlösser sind dabei Aufführungsorte. Häufig als Vorgruppe begleitet wird er dabei von der deutschen Mittelaltermusik-Formation Geyers.
Das Lied ‘Loreley’ vom Album ‘Ghost Of A Rose’ (2003, SPV) wurde als Titelmusik zur ProSieben Serie Die Burg verwendet.

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