Energiewende Aktuell


Große Fortschritte beim Ausbau der Windenergie

Erheblicher Zuwachs im Jahr 2011 – ambitionierte Ziele für die kommenden Jahre

23 % mehr Windkraft als 2010! Keine Energiequelle wuchs in Deutschland im letzten Jahr mehr als die verhältnismäßig kostengünstige Windkraft. 2011 wurden allein an Land Windkraftanlagen mit einer Kapazität von zwei Großkraftwerken installiert – deutlich mehr als in den Vorjahren. Ein Trend, der sich fortsetzen wird, auch auf dem Meer: Zwei Offshore-Windparks sind bereits in Betrieb, zwei weitere in Bau, vier Vorhaben sollen in diesem Jahr begonnen werden, und für 30 wurden Genehmigungen erteilt. Mit neuen Maßnahmen sollen Hindernisse bei Finanzierung und Netzanschlüssen beseitigt werden.

Neue Daten zur deutschen Stromerzeugung im Jahr 2011 sprechen eine klare Sprache: Die Windkraft wird unaufhaltsam zum Leistungsträger im deutschen Energiesystem. 2011 lieferten Windkraftanlagen etwa 9 Mrd. kWh mehr Strom als im Jahr zuvor. Damit betrug der Beitrag der Windkraft zum deutschen Strommix 7,6 %. Bis zum Jahresende standen in Deutschland ca. 22.300 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von über 29.000 Megawatt zur Verfügung. Größter Windkraftstandort Deutschlands ist Niedersachsen. Doch auch in anderen Bundesländern wird die Windkraft massiv voran getrieben: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein können in einem durchschnittlichen Windjahr schon heute annähernd die Hälfte ihres gesamten Stromverbrauchs durch Windenergie decken. Andere Bundesländer holen auf. Besonders zügig ging der Ausbau 2010 in Rheinland-Pfalz und Bayern voran.



* jährlich bereinigte Zahlen
Quelle: DEWI/BWE/VDMA, Stand: 31.12.2011

Nach den Plänen der Bundesregierung soll im Jahr 2050 etwa die Hälfte des deutschen Stromes aus Windenergie gewonnen werden. Das ist realistisch: So lassen sich allein durch das sogenannte „Repowering“, dem Austausch von Alt- gegen Neuanlagen, die Kapazitäten an Land deutlich steigern. Außerdem erarbeitet die Bundesregierung zusammen mit den Ländern Vorschläge, wie neue Flächen für die Windenergie ausgewiesen werden können, etwa in intensiv genutzten Wirtschaftswäldern.

Einen besonderen Beitrag sollen Windkraftanlagen weit vor den Küsten leisten. Ihren Ausbau fördert die Bundesregierung seit letztem Jahr mithilfe des KfW-Sonderprogrammes Offshore. Daraus stehen Mittel in Höhe von 5 Milliarden Euro zur Verfügung. Auch das Erneuerbare Energien Gesetz wurde zur Unterstützung der Offshore-Windkraft angepasst. Offene Fragen des Netzanschlusses werden ebenfalls angegangen. Die von der Bundesregierung initiierte Arbeitsgruppe „Beschleunigung der Netzanbindung von Offshore-Windparks“ hat mittlerweile Maßnahmenvorschläge entwickelt. Haftungsfragen auf Seiten von Windpark- und Netzbetreibern wird die Bundesregierung durch eine gesetzliche Regelung lösen. Experten halten einen Ausbau der Offshore-Windkraft bis zum Jahr 2030 auf bis zu 25 Gigawatt für realistisch. Das entspricht 25 herkömmlichen Großkraftwerken. Allein mit den vier Vorhaben, die bereits in diesem Jahr begonnen werden sollen, wird die Offshore-Windkraft bis zu 5,3 Mrd. kWh Strom im Jahr erzeugen. Damit können mehr als 1,5 Mio. Haushalte mit Strom versorgt werden, so viele wie in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

Zum Beitrag der Windkraft im Jahr 2011 (PDF, 1,28 MB)

Bundesnetzagentur:
Abschaltung deutscher Kraftwerke senkt Kernkraftanteil in Europa

Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergienutzung senkt den Anteil der Kernenergie am europäischen Strommix. Nach Aussage der Bundesnetzagentur wird deutsche Kernkraft, anders als gelegentlich behauptet, nicht durch zusätzliche Kernenergie aus französischen oder tschechischen Kraftwerken ersetzt. Der Grund: Ausländische Kernkraftwerke waren auch vor der Abschaltung von zunächst sieben deutschen Kernkraftwerken in 2011 voll ausgelastet. Ihre Kapazitäten lassen sich nicht steigern.

In ihrer Studie „Auswirkungen des Kernkraftwerk-Moratoriums auf die Übertragungsnetze und die Versorgungssicherheit“ geht die Bundesnetzagentur in einem eigenen Kapitel auf die „Zusammensetzung der Stromimporte“ ein. Laut Bundesnetzagentur „ist davon auszugehen, dass die mit relativ geringen Grenzkosten operierenden Kernkraftwerke i. d. R. mit einer Auslastung von (nahezu) 100% betrieben werden. Dies gilt sowohl für die am Netz verbliebenen deutschen wie auch ausländischen Kernkraftwerke. Kernkraftwerke (…) kommen bei üblichen Großhandelspreisen (rund 30-70 €/MWh) i. d. R. immer zum Einsatz. Andernfalls verhielten sich die Betreiber nicht ökonomisch rational. (…). Daher ist aus ökonomischen Erwägungen zu erwarten, dass der (…) dem deutschen und europäischen Markt entzogene Kernkraftstrom nicht durch zusätzliche Erzeugung aus ausländischen Kernkraftwerken kompensiert wird. (…). Es ist nicht zu erwarten, dass im Ausland Kernkraftwerks-Kapazitäten zur Verfügung stehen, die aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht zur Stromerzeugung genutzt werden. Es müssen folglich andere Kraftwerkstypen die Erzeugung übernehmen.“

Zur vollständigen Studie der Bundesnetzagentur (PDF, 2,3 MB)



Bundesumweltministerium fördert innovative Klimaschutzprojekte
Neu: Förderschwerpunkt Kommunen

Das Bundesumweltministerium setzt in diesem Jahr die erfolgreiche Förderung von Klimaschutzprojekten im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ fort. Bis zum 30. April 2012 können wieder Skizzen beim Projektträger Jülich eingereicht werden.

Mit der Veröffentlichung der „Informationen zur Förderung von Klimaschutzprojekten für die Bereiche Wirtschaft, Kommunen, Verbraucher und Bildung“ sucht das Bundesumweltministerium auch in diesem Jahr wieder innovative Projektideen. Dabei kann es sich sowohl um technische als auch um soziale oder institutionelle Innovationen handeln. Die Projekte sollen wegweisend sein im Hinblick auf das Ziel der Bundesregierung, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren.

In diesem Jahr wurde der Schwerpunkt Kommunen neu in die Förderinformation aufgenommen. Damit soll, ergänzend zur bestehenden Kommunalrichtlinie, die Vernetzung und Kooperation von Kommunen untereinander aber auch mit der lokalen Wirtschaft, den Verbrauchern oder mit Bildungseinrichtungen gestärkt werden. Projektskizzen, die bis zum 30. April 2012 eingehen, werden in einem zweistufigen Verfahren bewertet. Die ausgewählten Projekte sollen Anfang 2013 starten können.

Weitere Informationen:

Förderinfo
Projektträger Jülich
Nationale Klimaschutzinitiative



Sehen, was die Sonne leistet

Projekt „Solarsupport für Schulen – Erneuerbare Energien sichtbar machen!“ zeigt Schülerinnen und Schülern „in Echtzeit“, wie viel Strom die schuleigene Photovoltaikanlage produziert

Auf den Dächern vieler Schulen sind Solaranlagen installiert – doch häufig werden diese nicht in die Lehrpläne integriert. Um brachliegendes Lernpotential zu heben, unterstützt das Bundesumweltministerium mit dem Projekt „Solarsupport für Schulen – Erneuerbare Energien sichtbar machen!“ Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland dabei, diese Solaranlagen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Dafür werden die Daten zur Stromerzeugung auf eine elektronische Anzeigentafel geladen. So können die Schülerinnen und Schüler sehen, wie viel Solarstrom die Photovoltaikmodule auf „ihrem“ Schuldach produzieren.

Bereits 600 Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind bundesweit mit elektronischen Anzeigetafeln ausgestattet und bauen die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in den Unterricht ein. Jede zehnte Schule mit einer Solaranlage wird bundesweit nach Beendigung des Projekts das gesamte Solarsupport-Paket erhalten haben. Begleitet wird die technische Ausrüstung mit Unterrichtsmaterialien, die im Rahmen des Projekts von pädagogischen Experten des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) e.V. erstellt wurden. Geliefert und installiert werden die Anzeigetafeln, Datenlogger und weitere Messgeräte von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) e.V..

Ergänzt wird das Projekt durch den Klimaschutzschulenatlas. Unter www.klimaschutzschulenatlas.de können alle Schulen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ihre Projekte der Öffentlichkeit präsentieren und miteinander in Kontakt treten. Das Projekt ist Teil des Aktionsprogramms Klimaschutz in Schulen und Bildungseinrichtungen und wird finanziert aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.ufu.de


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