Japan: Aktuelle Sich erheitslage der bet roffenen AKW´s 01.04.2011, 11:30 Uhr ( M EZ )

Aktualisierte Informationszusammenstellung

Änderungen gegenüber dem letzten Stand in Kap. 2 sind in Abschnitt 1 angegeben. Der bisherige Ereignisablauf findet sich in Kapitel 2. Eine tabellarische Kurzbeschreibung der Sicherheitslage und aktualisierte Anlagenparameter finden sich in Kapitel 3. Darin sind auch Präzisierungen und Ergänzungen zu in den letzten Tagen bereits berichteten Ereignissen und Zuständen enthalten.

1. Änderungen gegenüber letztem Stand

1.1 Fukushima Daiichi

Kontaminierte Wasseransammlungen im Maschinenhaus (Block 1, 2 und 3) und den Rohr- bzw.– Kabelkanälen beeinträchtigen notwendige Arbeiten. Die kontaminierten Wasseransammlungen sollen zur Lagerung und um eine bessere Zugänglichkeit des Maschinenhauses zu erreichen in Behälter, wie den Kondensator oder über den Weg Kondensator, Kondensatvorratsbehälter in weitere Behälter gepumpt werden.
Das Versprühen von wasserlöslichem Harz wurde nach Angabe von JAIF am Donnerstag aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.
Am 31.03.2011 um 12:21 Uhr versuchte ein Mann mit seinem Automobil das Anlagen-gelände von Daiichi zu befahren. Dies wurde durch Sicherheitskräfte verhindert.
Am 31.03.2011 um 15:42 Uhr legte ein Schiff der amerikanischen Streitkräfte vor Daiichi an. Das geladene Kühlmittel usw. soll für die havarierten Blöcke genutzt werden.

1.1.1 Block 1

Am 31.03.2011 von 13:03 Uhr bis 16:04 Uhr wurde das BE-Lagerbecken mit der Autobetonpumpe bespeist.

1.1.2 Block 2

Keine Änderungen

1.1.3 Block 3

Am 31.03.2011 von 16:30 Uhr bis 19:33 Uhr wurde das BE-Lagerbecken mit der Autobetonpumpe bespeist.

1.1.4 Block 4

Am 01.04.2011 um 08:28 Uhr wurde die Bespeisung des BE-Lagerbeckens mit der Autobetonpumpe wieder aufgenommen.

1.1.5 Blöcke 5 und 6

Keine Änderungen.

1.1.6 Zwischenlager am Standort Fukushima Daiichi

Keine Änderungen

1.2 Fukushima Daini

Am 31.03.2011 um 13:10 Uhr durchbrach ein Mann mit seinem Automobil die Absperrungen um das Anlagengelände von Daini und befuhr das Gelände für 10 Minuten. Die Person wurde durch die Polizei festgenommen.

1.3 Onagawa 1-3 und Tokai

Keine Änderungen.

2. Zusammengefasste bisherige Anlagensituation

Am 11.03.2011 ist in Japan um 14:46 Uhr (06:46 Uhr MEZ) ein Erdbeben aufgetreten. Hiervon und durch die darauffolgende Flutwelle waren auch die Kernkraftwerksstandorte Fukushima I (Daiichi), Fukushima II (Daini), Onagawa und Tokai betroffen.
Die in der vorangegangenen Information (31.03.2011, 12:30 Uhr) beschriebene, temporäre Rauchentwicklung im Maschinenhaus wurde von TEPCO sowohl für Daiichi als auch für Daini gemeldet. Nach Ansicht der GRS könnte es sein, dass möglicherweise eine der beiden Informationen fehlerhaft ist. Nach Angaben von JAIF ist die Rauchentwicklung nur im Maschinenhaus des Blocks 1 von Daini aufgetreten.

2.1 Fukushima Daiichi

An diesem Standort waren die Blöcke 1-3 zum Ereigniseintritt im Leistungsbetrieb. Die Blöcke 4-6 waren zum Ereigniseintritt abgeschaltet. An dem Standort sind die Notstromaggregate als Folge des Tsunami ausgefallen. Es sind mobile Notstromaggregate auf die Anlage gebracht worden.
Aufgrund der hohen Strahlung wurde die Anlage am 16.03.2011 um 10:45 Uhr (02:45 Uhr MEZ) komplett geräumt. Sie wird nur noch betreten, um wichtige Maßnahmen durchzuführen oder Messdaten aufzunehmen. (Pressekonferenz Regierung um 12:00 Uhr (04:00 Uhr MEZ)) Die Ortsdosisleistung am Tor liegt im Bereich von 2,5 – 6,5 mSv/h. Mittlerweile ist ein Teil der Mannschaft wegen gesunkener Strahlenpegel wieder aufs Anlagengelände zurückgekehrt.
NISA berichtet, dass TEPCO die Stromversorgung von der in der Nähe befindlichen Hochspannungsleitung aus herstellen will. Die Stromversorgung wird von Tohoku Electric Power bereitgestellt. Eine Fertigstellung sollte am Nachmittag des 17.03.2011 erfolgen. Der genaue Status zur Fertigstellung der Stromversorgung ist zurzeit nicht bekannt. Laut TEPCO (zitiert nach ASAHI) ist allerdings noch nicht sichergestellt, ob Notkühlsysteme nach einer hergestellten Stromversorgung wieder funktionieren.
Nach NHK ist es beabsichtigt, die Nebenkühlwasserpumpen zu reparieren.
Nach Angaben von TEPCO wurde am 21.03.2011 Kobalt, Jod und Cäsium im Auslaufkanal der Blöcke 1 bis 4 detektiert.
Lt. JAIF wurde ermittelt, dass die Flutwelle am Kraftwerk eine Höhe von 14 m hatte und damit den Auslegungswert um mehr als das Zweifache überstieg.
Laut Pressemitteilungen sind die Schaltanlagen aller 6 Blöcke am 22.03.2011 mit einer externen Stromversorgung verbunden. Jedoch sind keine Verbraucher (bis auf Block 5) zugeschaltet worden, da noch Überprüfungen notwendig sind.
Die Stromversorgung der Blöcke 1-4 wird weiterhin vorbereitet. Im Block 3 wird die Hauptwarte seit 13:43 Uhr (23.03.2011) mit Strom versorgt. In den Blöcken 1, 2 und 4 liegt der Strom an den Schaltanlagen an.
Gemäß JAIF wurden Temperaturmessungen der RDB-Oberflächentemperatur in Block 1 bis 3 wieder hergestellt.
Nach IAEA Informationen vom 23.03.2011 um 6 Uhr MEZ (14 Uhr Ortszeit in Japan) liegen Dosisleistungen für das Containment und die Kondensationskammer in den Blöcken 1-3 für die Anlagen in Fukushima Daiichi vor. Aktuelle Angaben zu den Dosisleistungen in Druck- und Kondensationskammer siehe Tabelle in Kapitel 4.
Nach IAEA Information (25.03.2011, 06:00 MEZ) sind inzwischen die Beleuchtung auf der Warte für Block 1 und 3 und einige Instrumentierungen für die Blöcke 1, 2 und 4 wiederhergestellt worden.
Die Regierung hatte angewiesen, die Bewohner der 20-km-Zone zu evakuieren und empfiehlt den Bewohner im Umkreis von 20 km bis 30 km um das Kraftwerk diese Zone freiwillig zu verlassen. (TEPCO am 27.03.2011 16:00 Uhr)
Nach Meldungen von Kyodo plant TEPCO ab Donnerstag, den 31.03.2011, mit einem unbemannten Fahrzeug wasserlösliches Harz über Teile der havarierten Blöcke zu sprühen, um eine weitere Freisetzung von Radioaktivität und Resuspension (Wiederaufwirbelung von Staubteilchen) zu verhindern.
Auf Grund zu geringer Tankvolumina für radioaktiv belastetes Wasser empfiehlt die NSC die vorübergehende Schaffung von Becken auf dem Anlagengelände.
Gemäß eines TEPCO-Sprechers wird der Bau von endgültigen Einschlüssen (ähnlich eines „Sarkophags“) für die Blöcke am Standort Daiichi in Betracht gezogen.
Kontaminierte Wasseransammlungen im Maschinenhaus (Block 1, 2 und 3) und den Rohr- bzw.– Kabelkanälen beeinträchtigen notwendige Arbeiten. Die kontaminierten Wasseransammlungen sollen zur Lagerung und um eine bessere Zugänglichkeit des Maschinenhauses zu erreichen in Behälter, wie den Kondensator oder über den Weg Kondensator, Kondensatvorratsbehälter in weitere Behälter gepumpt werden.
Das Versprühen von wasserlöslichem Harz wurde nach Angabe von JAIF am Donnerstag aufgrund einer ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.
Am 31.03.2011 um 12:21 Uhr versuchte ein Mann mit seinem Automobil das Anlagengelände von Daiichi zu befahren. Dies wurde durch Sicherheitskräfte verhindert.
Am 31.03.2011 um 15:42 Uhr legte ein Schiff der amerikanischen Streitkräfte vor Daiichi an. Das geladene Kühlmittel usw. soll für die havarierten Blöcke genutzt werden.

2.1.1 Block 1

Der Druck im Containment in Block 1 stieg im Laufe des 12.03.2011 an. Eine gefilterte Druckentlastung des Containments wurde ab 14:30 Uhr am 12.03.2011 durchgeführt. Um 15:36 Uhr am 12.03.2011 ereignete sich innerhalb des Reaktorgebäudes, aber außerhalb des Containments, eine Wasserstoffexplosion.
Es wurde boriertes Meerwasser in den Reaktordruckbehälter gepumpt (ob ebenfalls der Sicherheitsbehälter geflutet worden ist, bleibt unklar). Die Einspeisung begann am 12.03.2011 um 20:20 Uhr.
Am 13.03.2011 um 11:13 Uhr hat nach Angaben der Presseagentur Kyodo die Behörde ein Leck in Block 1 vermutet.
Der Regierungssprecher Edano sagte, dass sich möglicherweise eine Kernschmelze ereignet haben könnte. Laut TBS (jap. Fernsehsender) sind vermutlich 70% der Brennelemente geschädigt. Die Anzahl der defekten Brennstäbe soll sich von 43% auf 70% erhöht haben (Quelle: Auswärtiges Amt, 16.03.2011). Nach Angaben vom 16.03.2011 liegen die Brennstäbe im Reaktordruckbehälter 1,8 m frei (17:00 Uhr).
IAEA gibt an, dass die elektrische Versorgung über mobile Generatoren gesichert ist und weiterhin eine Einspeisung von Meerwasser erfolgt.
Aktuelle Angaben zu physikalischen Werten wie zum Beispiel Druck und Temperatur siehe Tabelle in Kapitel 4.
Nach JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) vom 17.03.2011 um 9:00 Uhr gibt es keine Informationen zur Brennelementintegrität im BE-Lagerbecken von Block 1.
Die Kabel zur Schaltanlage Block 1 und Block 2 sind angeschlossen. (Meldung JAIF 22:00 Uhr, 20.03.2011)
Die Meerwassereinspeisung in den Reaktordruckbehälter wird fortgesetzt. Entsprechend einer Pressemeldung des Betreibers wird seit 02:30 Uhr (23.03.2011) das Meerwasser wahrscheinlich über Leitungen des Speisewassersystems in den Reaktor eingespeist.
In einer Pressekonferenz der NISA um 10 Uhr (23.03.2011) wird von Kerntemperaturen um die 400°C gesprochen. Daraufhin soll die Kernkühlung durch weitere Einspeisestränge verbessert worden sein. (JAIF No24 und Kyodo News).
Die als Kerntemperaturen bezeichneten Messwerte von über 400 °C sind nach neueren Erkenntnissen Temperaturmesswerte von der Außenseite des RDB. Diese sind bis 16:00 (23.03.2011) auf ca. 305 °C zurückgegangen.
Die Einspeiserate in den RDB stieg nach NISA (24.03.2011, 05:00 Uhr) am 23.03.2011 ab 02:33 Uhr von 2 m³/h auf 18 m³/h durch zusätzliche Einspeisung über die Speisewasserleitung. TEPCO verringerte die Einspeiserate in den RDB ab 09:00 Uhr auf 11 m³/h, weil es durch das vermehrt eingespeiste Kühlmittel zu einem Druckanstieg im Containment gekommen ist (24.03.2011, 11:30 Uhr, JAIF). Nach JAIF (24.03.2011, 16:00 Uhr) ist der Druck im RDB angestiegen und die Temperatur im RDB gefallen. Der Druck im Containment steigt.
Nach JAIF (24.03.2011, 22:00 Uhr) steigt der Druck im RDB langsam und die Temperatur im RDB fällt langsam. Der Druck im Containment steigt leicht.
Die Stromversorgung der Warte wurde gegen 11:30 Uhr (24.03.2011) hergestellt.
Laut der Nachrichtenagentur Kyodo (25.03.11) mussten die Arbeiten an Block 1 und 2 eingestellt werden, da in den Untergeschossen stark kontaminiertes Wasser gefunden wurde.
Weißer Qualm steigt kontinuierlich auf und es wurde Meerwasser in den RDB eingespeist (NISA, 25.03.2011, 06:20 Uhr). Am 25.03.2011 um 15:37 Uhr wurde die Bespeisung des RDB von Meerwasser auf Frischwasser umgestellt (TEPCO).
Seit 06:30 Uhr 28.03.11 steigt kontinuierlich weißer Rauch auf. (NISA)
Bei dem im Maschinenhaus des Blocks 1 vorgefundenen Wasser handelt es sich nach Angaben der Nuclear Safety Commission of Japan (NSC) um Kondensat aus dem Sicherheitsbehälter oder um Wasser, welches im Verlauf des Störfalls auf die Gebäude gesprüht wurde.
Seit 29.03.2011 08:32 Uhr wird auch im Block 1 (als letztem der drei zum Zeitpunkt des Erdbebens in Betrieb befindlichen Blöcke) eine provisorische, elektrisch betriebene Pumpe zur Einspeisung des Frischwassers verwendet.
Das Abpumpen von radioaktivem Wasser aus dem Maschinenhaus in den Kondensator von Block 1 wurde auf Grund hohen Füllstands im Kondensator unterbrochen. Es sollen Möglichkeiten geschaffen werden, das Wasser vom Kondensator zum Kondensatbehälter umzupumpen. (TEPCO)
Am 30.03.2011 gegen 17:56 entdeckte ein TEPCO-Mitarbeiter eine Rauchentwicklung an einer Stromverteilung im Maschinenhaus. Gegen 18:13 wurde die Rauchentwicklung durch Abschalten dieser Stromversorgung beendet.
Die Frischwassereinspeisung in den RDB wird mittels einer provisorischen Durchflussmessung überwacht: (NISA)
260 l/min um 02:35 Uhr, 24.03.2011
113 l/min um 21:45 Uhr, 24.03.2011
120 l/min um 15:37 Uhr, 25.03.2011
141 l/min um 20:00 Uhr, 28.03.2011
133 l/min um 08:32 Uhr, 29.03.2011

Am 31.03.2011 von 13:03 Uhr bis 16:04 Uhr wurde das BE-Lagerbecken mit der Autobetonpumpe bespeist.

INES Einstufung der Behörde

Das Ereignis in Block 1 wurde am 12.03.2011 aufgrund der Freisetzung außerhalb der Anlage von der Behörde vorläufig nach INES 4 eingestuft. Die INES-Einstufung wurde am 18.03.2011 auf INES 5 erhöht.

2.1.2 Block 2
Der Füllstand im Reaktordruckbehälter von Block 2 lag bis zum 14.03.2011 unter dem Normalfüllstand. Er fiel zunächst nicht. Eine Einspeisung erfolgte mit einem Notkühlsystem.        Von NISA wurde berichtet, dass am 13.3.2011 um 11:55 Uhr die elektrische Versorgung gesichert ist (gemäß IAEA über mobile Generatoren) und die Einspeisung in den Reaktor aufrechterhalten wurde.
In Block 2 ist die Kühlung am 14.03.2011 um 13:25 Uhr ausgefallen. Zeitweise wurde eine Kühlung mit Meerwasser wieder hergestellt. Zeitweise waren die Brennelemente nicht mit Wasser bedeckt. Der Druck im Sicherheitsbehälter stieg am 14.03.2011 gegen 20 Uhr auf ca. 4,15 bar (etwa Auslegungsdruck). Um 20:37 Uhr wurde mit der Druckentlastung des Sicherheitsbehälters begonnen. Laut TEPCO wurde eine Öffnung in das Reaktorgebäude geschaffen, um eine Explosion des Wasserstoffs im Reaktorgebäude zu vermeiden.
Eine Explosion im Block 2 ist am 15.03.2011 um 06:20 Uhr aufgetreten. Nach IAEA wurden auf dem Anlagengelände bis zu 400 mSv/h gemessen. JAIF berichtet von 30 mSv/h zwischen Block 2 und 3, 400 mSv/h neben Block 3 und 100 mSv/h neben Block 4. Nach Pressemeldungen geht man aufgrund eines Druckabfalls im Sicherheitsbehälter von einer Beschädigung der Kondensationskammer aus.
Laut Kyodo sind nach Angaben von TEPCO ca. 33% der Brennelemente beschädigt. NISA vermutet, dass die ab ca. 10:00 Uhr gemessene hohe Strahlung von Block 2 ausgeht. Denkbar ist aber auch ein Zusammenhang zwischen der hohen Strahlung und der Dampffahne aus Block 3.
Die Brennstäbe im Reaktordruckbehälter liegen ca. 1,40 m frei.
Die Einspeisung von Meerwasser über das Feuerlöschsystem in den Reaktordruckbehälter wird laut Information der NISA vom 18.03.2011, 6:30 Uhr fortgesetzt. Über dem Reaktorgebäude steigt weißer Dampf auf.
Aktuelle Angaben zu physikalischen Werten wie zum Beispiel Druck und Temperatur siehe Tabelle in Kapitel 4.
Nach JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) vom 19.03.2011 um 10:00 Uhr gibt es keine Informationen zur Brennelementintegrität im BE-Lagerbecken von Block 2.
Informationen von TEPCO 19.3.11 09:00 Uhr: Eine externe Stromversorgung über einen Reservenetztransformator wurde hergestellt. Derzeit werden Kabel zu einer Behelfsschaltanlage gelegt.
Die Einspeisung von Meerwasser in das BE-Lagerbecken wurde am 20.03.2011 um 15:05 Uhr begonnen. (Meldung JAIF 22:00 Uhr, 20.03.2011)
Die Schaltanlagen des Blocks 2 wurden am 20.03.2011 um 15:36 mit Spannung versorgt.
Gegen 18:20 Uhr am 21.03.2011 stieg aus dem teilweise zerstörten Dach des Reaktorgebäudes weißer Rauch auf. TEPCO meldet, dass dies Dampf sei, der jedoch nicht aus dem Brennelementbecken komme.
Lt. JAIF meldete TEPCO, dass sich die Rauchentwicklung verringerte und ca. um 7:00 Uhr am 22.03.2011 nicht mehr sichtbar war.
Es erfolgte am 22.03.2011 Uhr 16:07 Uhr bis 17:01 Uhr eine Einspeisung von 18 t Meereswasser in das BE-Lagerbecken.
Auf Grund hoher Strahlungswerte von über 500 mSv/h am Block 2 konnten bisher keine Arbeiten zur Wiederherstellung der elektrischen Versorgung der Warte vorgenommen werden. (Kyodo)
Die Meerwassereinspeisung in den Reaktordruckbehälter wird fortgesetzt.
Laut der Nachrichtenagentur Kyodo (25.03.11) mussten die Arbeiten an Block 1 und 2 eingestellt werden, da in den Untergeschossen stark kontaminiertes Wasser gefunden wurde.
Weißer Qualm steigt kontinuierlich auf und es wurde Meerwasser in den RDB eingespeist (NISA, 25.03.2011, 06:20 Uhr). Von 10:30 Uhr bis 12:19 Uhr am 25.03.2011 wurde in das BE-Lagerbecken Meerwasser mit dem Beckenkühl- und Reinigungssystem eingespeist (TEPCO, NISA).
Am 26.03.2011 um 10:10 Uhr wurde die Bespeisung des RDB von Meerwasser auf Frischwasser (mit Borsäure) umgestellt. Am 27.03.2011 um 18:31 wurde die Bespeisung von der Feuerlöschpumpe auf eine provisorische elektrisch betriebene Pumpe umgestellt. (TEPCO)
Seit dem 26.03.2011 um 16:46 Uhr ist die Beleuchtung auf der Blockwarte wieder verfügbar. (TEPCO)
Seit 06:30 Uhr 28.03.11 steigt kontinuierlich weißer Rauch auf. (NISA)
Gemäß Vermutungen des Nuclear Safety Commission of Japan (NSC) hatte das im Maschinenhaus des Blocks 2 gemessene Wasser direkten Kontakt zu geschmolzenem Kernbrennstoff und trat anschließend über einen noch unbekannten Pfad in das Maschinenhaus aus.
Von 16:30 Uhr bis 18:25 Uhr am 29.03.2011 wurde über das Beckenkühl- und Reinigungssystem Frischwasser in das BE-Lagerbecken eingespeist (TEPCO).
Am 29.03.2011 gegen 16:45 Uhr wurde begonnen, Wasser von den Kondensatbehältern zu Vorratsbehältern für die Kondensationskammer umzupumpen, um das Wasser aus den Kanälen des Maschinenhauses in den Kondensator pumpen zu können. (TEPCO)
Nachdem am 30.03.2011 um 09:25 Uhr die Einspeisung von Frischwasser in das BE-Becken von der mobilen Feuerlöschpumpe auf eine provisorische, motorbetriebene Pumpe umgestellt wurde, kam es um 09:45 Uhr zu einem Ausfall dieser provisorischen Pumpe. Eine Feuerlöschpumpe wurde um 12:30 Uhr als Ersatz zugeschaltet. Um 13:10 Uhr musste die Bespeisung aufgrund eines Risses im Schlauch eingestellt werden. Um 19:05 Uhr wurde die Bespeisung wieder aufgenommen und um 23:50 Uhr beendet. (TEPCO)
Anhand der niedrigen Druckwerte in Block 2 und 3 schlussfolgert die NISA auf einer Pressekonferenz, dass die Reaktordruckbehälter defekt sein könnten. Es wird jedoch ausgeschlossen, dass größere Schäden am RDB aufgetreten sind.
Die Frischwassereinspeisung in den RDB wird mittels einer provisorischen Durchflussmessung überwacht: (NISA)
200 l/min um 17:00 Uhr 24.03.2011
340 l/min um 01:07 Uhr, 25.03.2011
310 l/min um 10:10 Uhr, 26.03.2011
275 l/min um 17:22 Uhr, 26.03.2011
117 l/min um 00:12 Uhr, 28.03.2011
133 l/min um 10:14 Uhr, 30.03.2011
150 l/min um 14:00 Uhr, 30.03.2011

INES-Einstufung der Behörde
Das Ereignis in Block 2 wurde von der Behörde am 12.03.2011 vorläufig nach INES 3 eingestuft. Die Einstufung wurde am 18.03.2011 auf INES 5 erhöht.

2.1.3 Block 3

Bei Block 3 hat gegen 5:30 Uhr am 13.03.2011 das Notkühlsystem versagt. Es erfolgte eine Druckentlastung des Reaktordruckbehälters und boriertes Wasser wurde ab 13:12 Uhr am 13.03.2011 in den Reaktor gepumpt. Es erfolgte eine Einspeisung mit Meerwasser über Feuerlöschpumpen. Es wurde eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters durchgeführt.

Am 14.03.2011 kam es um 11 Uhr zu einer Wasserstoffexplosion im Block 3. Laut IAEA-Information ist das Containment nicht beschädigt worden. Laut TEPCO ist der Druck im Sicherheitsbehälter stabil.

Nach Angaben von NHK soll seit 8:30 Uhr, 16.03.2011, über Block 3 eine Dampffahne stehen. Nach NISA wird vermutet, dass das Containment doch beschädigt ist. Daher wurde das Personal aus der gemeinsamen Hauptwarte von Block 3 und 4 am 16.3.2011 um 10:45 Uhr evakuiert. Um 11:30 Uhr kehrten die Operateure zurück, um die Wassereinspeisung wieder aufzunehmen.

Die Brennstäbe im Reaktordruckbehälter liegen am 16.03.2011 ca. 2,30 m frei. Die Einspeisung von Meerwasser über das Feuerlöschsystem in den Reaktordruckbehälter wird laut Information der NISA vom 18.03.2011, 6:30 Uhr fortgesetzt.

Aktuelle Angaben zu physikalischen Werten wie zum Beispiel Druck und Temperatur siehe Tabelle in Kapitel 4.

Der Füllstand im BE-Lagerbecken von Block 3 ist niedrig (JAIF, 17.03.2011, 9:00 Uhr). Der Wasserstand im BE-Lagerbecken fällt (TEPCO um 18:00).
Es wurde versucht, am 16.03.2011 vom Hubschrauber aus Wasser ins BE-Lagerbecken zu schütten. Die Aktion wurde erfolglos wegen hoher Aktivität in der Umgebung abgebrochen. Das Militär hat begonnen, mit fünf Wasserwerfern Wasser in das BE-Lagerbecken einzufüllen. NHK berichtete am 17.03.2011, dass laut NISA 30t Wasser durch die Wasserwerfer des Militärs dem BE-Becken zugeführt wurden. Zum Einsatz von Wasserwerfern teilt die Behörde NISA mit, dass am 18.03.2011 mit 6 Armee-Wasserwerfern insgesamt ca. 50 Tonnen Wasser gegen 14:00 Uhr auf Block 3 gesprüht wurden. Außerdem wurde bis 14:45 Uhr ein Wasserwerfer der US-Army eingesetzt. Aus dem sichtbaren Dampf wurde geschlossen, dass Wasser in das BE-Legerbecken gelangt ist.
Nach NISA stieg der Containment-Druck am 20.03.2011 auf 320 kPa. Es wurden erfolgreich Maßnahmen zur Verringerung des Drucks ergriffen. Ein erneutes Venting war nicht erforderlich.
Gemäß NISA ist der Containment-Druck von 320 kPa (20.03.2011, 11 Uhr) über 160 kPa (21.03.2011, 4 Uhr) auf 120 kPa (21.03.2011 12:15 Uhr) gefallen. Am 20.03.2011 wurde gem. NISA von 21:39 Uhr bis 03:58 Uhr (21.03.2011) Wasser in das BE-Lagerbecken gesprüht.

Laut Pressemitteilung wurde gräulicher Qualm an Block 3 gesehen und Arbeiter mussten daraufhin vorrübergehend den Anlagenbereich verlassen (21.03.2011, 15:55 Uhr Ortszeit). Eine Explosion wurde nicht gehört. Die Rauchentwicklung hörte kurz nach 18 Uhr auf, der Grund für den Rauch ist jedoch unklar.

Wesentliche Änderungen der Werte für den Druck im RDB, im Sicherheitsbehälter und für die Strahlung wurden nicht beobachtet.

Die Wiederaufnahme der Sprühung mit Wasserwerfern ist zunächst am Dienstag vorgesehen. Gemäß Angaben von NISA ist es unwahrscheinlich, dass der Rauch aus dem BE-Becken kommt, weil keine erhöhte ODL gemessen wurde. Da die Stromversorgung im Block 3 noch nicht hergestellt ist, kommt ein Kurzschluss als Ursache der Rauchentwicklung nicht in Frage.

Die Stromversorgung wird weiterhin vorbereitet, die Verkabelung wurde realisiert, weitere Vorbereitungen wurden jedoch auf Grund der Rauchentwicklung im Block 3 verschoben.

Gemäß JAIF vom 22.03.2011 16:00 Uhr wurde das Besprühen mit Wasserwerfern um 15:50 Uhr für 1 Stunde wieder aufgenommen. Die Gesamtzeit für das Sprühen beträgt somit ca. 20 Stunden.

Gemäß Angaben von JAIF und Kyodo soll am Mittwochnachmittag, den 23.03.2011, erneut Wasser auf den Block 3 gesprüht werden.

Für den 23.03.2011 sind von TEPCO Überprüfungen der Kühlpumpen im Block 3 angekündigt, um von Meerwassereinspeisung auf Frischwassereinspeisung umstellen zu können. Die Stromversorgung der Hauptwarte des Blocks wurde um 13:43 Uhr (23.03.2011) hergestellt.

Von 11:03 Uhr bis 13:20 Uhr am 23.03.2011 wurden 35 t Meerwasser über das Beckenkühl- und –Reinigungssystem in das BE-Becken des Blockes 3 gepumpt.

Um 16:20 Uhr (23.03.2011) trat leicht schwärzlicher Rauch aus dem Reaktorgebäude von Block 3 aus. Daraufhin wurde vorsorglich die Umgebung von Block 3 und 4 evakuiert. Sowohl die Messwerte vom Reaktordruckbehälter und vom Containment als auch die Strahlenmesswerte der Messsonden in unmittelbarer Umgebung des Kraftwerks zeigten hingegen keine signifikanten Änderungen.

Nach Ende des Rauchaustritts am 24.03.2011 gegen 04:50 Uhr wurde die Räumung des Anlagenbereiches zurückgenommen.

Von 05:35 Uhr bis 14:05 Uhr wurde Meerwasser (ca. 120 t) in das BE-Lagerbecken mit dem Beckenkühl- und Reinigungssystem eingespeist.

Am 24.03.11 wurden drei Arbeiter beim Kabellegen im Maschinenhaus bei Block 3 Strahlungsdosen von mehr als 170 mSv ausgesetzt. Bei zwei von ihnen wurde bestätigt, dass Haut an den Beinen kontaminiert wurde. Da auch nach der Dekontamination eine Verbrennungsverletzung durch Beta-Strahlen möglich erschien, wurden sie in ein Krankenhaus eingeliefert. Damit sind bislang 17 Arbeiter einer Strahlungsdosis von mehr als 100 mSv ausgesetzt worden.

Nach JAIF (25.03.2011, 10:00 Uhr) ist das Containment nicht beschädigt. TEPCO vermutet allerdings, dass Brennelemente im Reaktor oder im Brennelementlagerbecken beschädigt sind und stark kontaminiertes Wasser ins Maschinenhaus über ein Leck gelangt ist. Inzwischen sind Entwässerungsarbeiten im Maschinenhaus im Gange (25.03.11, 10:25 Uhr).

Die Meerwassereinspeisung in den Reaktordruckbehälter wird fortgesetzt.

Am 25.03.2011 wurde von 13:28 Uhr bis 16:00 Uhr wurde Wasser mit Wasserwerfern in das BE-Becken eingespeist. Um 18:02 Uhr wurde die Einspeisung in den RDB von Meerwasser auf Frischwasser umgestellt. (TEPCO)

Am 27.03.2011 erfolgte von ca. 12:34 Uhr bis 14:36 Uhr eine Bespeisung mit 100 t Wasser durch die Autobetonpumpe. (TEPCO)

Am 28.03.2011 um 20:30 Uhr wurde die Bespeisung für den RDB von der Feuerlöschpumpe auf eine provisorische, elektrisch betriebene Pumpe umgestellt (TEPCO).

Seit 06:30 Uhr 28.03.11 steigt kontinuierlich weißer Rauch auf. (NISA)

Bei dem im Maschinenhaus des Blocks 3 vorgefundenen Wasser handelt es sich nach Angaben der Nuclear Safety Commission of Japan (NSC) um Kondensat aus dem Sicherheitsbehälter oder um Wasser, welches im Verlauf des Störfalls auf die Gebäude gesprüht wurde.

Am 28.03.2011 gegen 17:40 Uhr wurde begonnen, Wasser von den Kondensatbehältern zu Vorratsbehältern für die Kondensationskammer umzupumpen, um das Wasser aus den Kanälen des Maschinenhauses in den Kondensator pumpen zu können.

Am 29.03.2011 wurde der Block 3 von 14:17 Uhr bis 18:18 Uhr mit Hilfe der Autobetonpumpe mit Frischwasser bespeist. Bisher wurde mit Meerwasser bespeist. (TEPCO)

Bei Arbeiten am Nebenkühlwassersystem wurden drei Arbeiter mit verbliebenem Wasser aus einer zugehörigen Rohrleitung benetzt. Das Wasser war nicht kontaminiert. (29.03.2011, 12:03 Uhr, NISA)

Anhand der niedrigen Druckwerte in Block 2 und 3 schlussfolgert die NISA auf einer Pressekonferenz, dass die Reaktordruckbehälter defekt sein könnten. Es wird jedoch ausgeschlossen, dass größere Schäden am RDB aufgetreten sind.

Die Frischwassereinspeisung in den RDB wird mittels einer provisorischen Durchflussmessung überwacht: (NISA)
240 l/min um 18:02 Uhr, 25.03.2011
240 l/min um 20:05 Uhr, 25.03.2011
230 l/min um 07:00 Uhr, 26.03.2011
220 l/min um 18:00 Uhr, 26.03.2011
210 l/min um 14:00 Uhr, 27.03.2011
220 l/min um 18:00 Uhr, 27.03.2011
200 l/min um 20:32 Uhr, 28.03.2011
116 l/min um 14:39 Uhr, 29.03.2011

Am 31.03.2011 von 16:30 Uhr bis 19:33 Uhr wurde das BE-Lagerbecken mit der Autobetonpumpe bespeist.

INES-Einstufung der Behörde

Das Ereignis in Block 3 wurde von der Behörde am 18.03.2011 nach INES 5 eingestuft.

2.1.4 Block 4

Der Reaktorkern wurde während der Revision vollständig in das BE-Lagerbecken entladen. Im RDB befinden sich daher keine BE.

Im Block 4 kam es am 15.03.2011 gegen 6 Uhr zu einem Brand und zu einer Explosion im Reaktorgebäude im Bereich des BE-Lagerbeckens. Nach IAEA Angaben wurde bestätigt, dass der Brand gegen 11:14 Uhr gelöscht wurde. Beim Brand/Explosion sind zwei ca. 8 m2 große Löcher im Reaktorgebäude entstanden. Nach Informationen von TEPCO (nach Presseberichten) und NISA ist im Bereich des BE-Lagerbeckens um etwa 5:45 Uhr (16.03.2011) wieder ein Feuer ausgebrochen. Dabei ist auch das Dach der Reaktorhalle stark beschädigt worden. Der Fernsehsender NHK berichtete, dass nach Löschversuchen keine Flammen mehr zu sehen waren. Laut Presseangaben werden 2 Mitarbeiter seit Ausbruch des Feuers vermisst. Auf einem von TEPCO veröffentlichten Foto von Block 4 ist das ca. 8 m² große Loch in der Außenwand des Reaktorgebäudes zu erkennen. Die Außenhülle des Reaktorgebäudes ist auf der Seite zu Block 3 auch in Bodennähe stark beschädigt. Das Dach der Reaktorhalle ist beschädigt. Nach JAIF (12:30 Uhr) ist das Reaktorgebäude ebenfalls beschädigt.

Luftaufnahme des Reaktorblocks, eine Rauchwolke steigt auf

Foto der Anlage Fukushima Daiichi, Blöcke 1-4 (von rechts) vom 16.03.2011
Die Brennelemente im BE-Lagerbecken sind vermutlich beschädigt. Nach Presseinformationen vom 16.03.11 19:00 Uhr MEZ siedet das Wasser im Brennelementbecken. Das BE-Lagerbecken soll mit Hilfe von Feuerlöscheinrichtungen (Feuerwehrauto) bespeist werden. Es ist ein Wasserwerfer der Polizei am Standort angekommen, kann aber noch nicht eingesetzt werden, da noch Schutt weggeräumt werden muss.

Die Wassereinspeisung wurde am 16.3.2011 um 14:00 Uhr gestoppt (NISA). Zu diesem Zeitpunkt werden von IAEA keine Angaben zur Wassertemperatur im Brennelemente-Lagerbecken gemacht (letzte Angabe war vom 15.3. 19:00 Uhr).

Nach JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) vom 17.03.2011 um 9:00 Uhr ist der Füllstand im BE-Lagerbecken von Block 4 niedrig. Laut Jiji meldet TEPCO um 18:00 Uhr, dass die Brennstäbe im BE-Lagerbecken teilweise mit Wasser bedeckt sind.

IAEA Daten zur Wassertemperatur im BE-Lagerbecken (Normalwerte unter 25 °C):
14.3.2011, 19:08 Uhr: 84 °C  
15.3.2011, 19:00 Uhr: 84 °C  
16.3.2011, 14:00 Uhr: keine Daten  
19.3.2011, 10:00 Uhr: keine Daten
23.3.2011, 12:00 Uhr: keine Daten
29.3.2011, 11:00 Uhr: keine Daten

Am 21.03.2011 wurde lt. NISA von 06:37 Uhr bis 08:41 Uhr mit 13 Wasserwerfern Wasser in das BE-Lagerbecken gesprüht.

Die Stromversorgung wird weiterhin vorbereitet, die Verkabelung wurde realisiert (ca. 15 Uhr, 21.03.2011), weitere Vorbereitungen wurden jedoch auf Grund der Rauchentwicklung im Block 3 verschoben. Die Schaltanlagen wurden am 22.03.2011 um 10:35 Uhr angeschlossen.

Die Anzahl der Brennelemente im BE-Becken von Block 4 beträgt nach französischen Angaben 1500 BE, statt den bisher gemeldeten 1331 BE. Dieser Unterschied kann durch ca. 200 bisher nicht mitgezählte, frische Brennelemente zu Stande kommen.

Seit 17:17 Uhr am 22.03.2011 wird mit einer sogenannte Autobetonpumpe Wasser (Kapazität der Autobetonpumpe: 50 t/h) in das BE-Lagerbecken eingespeist.

Die Einspeisung wurde 20:30 Uhr, wie vorgesehen nach über 3 Stunden wieder beendet.

Gemäß JAIF wurde am 23.03.2011 um 10 Uhr erneut mit der Einspeisung per Autobetonpumpe in das BE-Becken begonnen.

Um 22:45 Uhr am 22.03.2011 wurde erste Verbraucher an das externe Stromnetz angeschlossen.

Auf Grund von schwarzem Rauch über Block 3 wurde die Umgebung um Block 3 und 4 evakuiert.

Von 10 Uhr bis 13:02 Uhr am 23.03.2011 wurde das BE-Becken mit der Autobetonpumpe mit ca. 130 t befüllt.

NISA gibt eine Wassertemperatur von 100 °C im BE-Lagerbecken an (24.03.2011, 02:40 Uhr). Diese Angabe ist auf eine falsche Anzeige zurückzuführen. (24.03.2011, 11:00 Uhr)

Von 14:35 Uhr bis 17:30 Uhr (24.03.2011) wurde mit der Autobetonpumpe in das BE-Becken eingespeist.

Weißer Qualm steigt kontinuierlich auf (NISA, 25.03.2011, 06:20 Uhr). Von 06:05 Uhr bis 10:20 Uhr am 25.03.2011 wurde in das BE-Lagerbecken

Meerwasser mit dem Beckenkühl- und Reinigungssystem eingespeist (NISA, TEPCO).

Am 25.03.2011 von 19:05 bis 22:07 wurde das BE-Becken mit der Autobetonpumpe bespeist (150 t Meerwasser). Eine weitere Bespeisung dieser Art erfolgte am 28.03.2011 von 16:55 Uhr bis 19:25 Uhr (125 t Meerwasser). (NISA)

Seit 06:30 Uhr 28.03.11 steigt kontinuierlich weißer Rauch auf. (NISA)

Am 28.03.11 von 16:55 Uhr bis 19:25 Uhr wurden ca. 125 t Meerwasser in das BE-Becken gesprüht.

Am 29.03.2011 gegen 11:50 Uhr wurde die Beleuchtung in der Warte wieder hergestellt.

Am 30.03.2011 von 14:04 Uhr bis 18:33 Uhr wurde das BE-Becken per Autobetonpumpe mit 140 t Frischwasser bespeist.

Am 01.04.2011 um 08:28 Uhr wurde die Bespeisung des BE-Lagerbeckens mit der Autobetonpumpe wieder aufgenommen.

INES-Einstufung der Behörde

Das Ereignis in Block 4 wurde von der Behörde am 18.03.2011 nach INES 3 eingestuft.

2.1.5 Blöcke 5 und 6

Bei Block 5 wird von der IAEA berichtet, dass am 15.03.2011 um 21:00 Uhr (13 Uhr MEZ) der Wasserspiegel im BE-Lagerbecken auf 201 cm über den Brennelementen abgefallen war. Dies war ein Abfall von 40 cm seit 16 Uhr (8 Uhr MEZ). Es ist geplant, einen verfügbaren Notstromdieselgenerator des Blocks 6 zur Wassereinspeisung zu verwenden.

Nach JAIF (8:00 Uhr, 16.03.2011) sinkt in den BE-Lagerbecken beider Blöcke der Wasserstand ab. Um 14:00 Uhr gibt TEPCO eine Lagerbeckentemperatur von ca. 60 oC in beiden Blöcken an. Die BE-Lagerbeckentemperatur steigt.

Nach weiteren Quellen vom 16.03.2011 wird die Entlüftung des Reaktorgebäudes vorbereitet, um einer Wasserstoffexplosion vorzubeugen.

Am 17.03.2011, 17:30 Uhr teilt die NISA mit, dass inzwischen ein Notstromdieselgenerator in Block 6 die Energieversorgung für die Wassereinspeisung in die BE-Lagerbecken von Block 5 und 6 übernommen hat. Die Wassereinspeisung erfolgt über das Kondensatreinigungssystem. Nach Wiederherstellung des externen Netzanschlusses soll die Einspeisung in den RDB wieder aufgenommen werden.

Bis zum 19.03.11 wurden jeweils drei Öffnungen in den Dächern der Reaktorgebäude von Block 5 und 6 geschaffen um eine Wasserstoffansammlung zu verhindern.

Ein zweiter Notstromdiesel von Block 6 steht seit der Reparatur am 19.3.11 ab 4:22 Uhr zur Verfügung. Daraufhin konnte das Nachkühlsystem von Block 5 am 19.3.11 ab 5 Uhr und von Block 6 ab 22 Uhr zur Beckenkühlung in Betrieb genommen werden.

Der Zustand „kalt, unterkritisch“ wurde für Block 5 am 20.03.2011 um 14:30 Uhr und für Block 6 am 20.03.2011 um 19:27 Uhr erreicht.
Die Temperatur im BE-Becken betrug am 20.03.2011 um 16 Uhr 35,1 °C  in Block 5 und 28,0 °C in Block 6. Die Temperatur im BE-Becken betrug am 21.03.2011 um 5 Uhr 39,5 °C für Block 5 und 32,0 °C für Block 6.

Die Stromversorgung von Block 5 wurde 11:36 Uhr am 21.03.2011 über Transformatoren auf externe Stromversorgung umgestellt. (IAEA/JAIF)
Eine provisorische Nebenkühlwasserpumpe für Block 5 wurde nach TEPCO bei der Umschaltung auf die externe Stromversorgung (23.03.2011, 17:24 Uhr) automatisch abgeschaltet. Eine Reparatur der Pumpe wird durchgeführt. Gegen 16:14 Uhr (24.03.2011) konnte diese Pumpe in Betrieb genommen werden und seit 16:35 Uhr wird der Reaktor mit Hilfe dieser Pumpe gekühlt.

Am 25.03.2011 um ca. 15:40 Uhr erfolgte die Umstellung der provisorischen Stromversorgung der provisorischen Nebenkühlwasserpumpe des Blockes 6 auf die externe Stromversorgung. (NISA)

Daten zur Wassertemperatur im BE-Lagerbecken Block 5 (Normalwerte unter 25 °C):
14.3.2011, 19:08 Uhr: 59,7 °C  
15.3.2011, 19:00 Uhr: 60,4 °C  
16.3.2011, 14:00 Uhr: 62,7 °C  
17.3.2011, 03:00 Uhr:     64,2 °C  
17.3.2011, 18:00 Uhr: 65,5 °C  
19.3.2011, 06:00 Uhr: 68,8 °C  
20.3.2011, 16:00 Uhr: 35,1 °C  
21.3.2011, 05:00 Uhr: 39,5 °C  
22.3.2011, 05:00 Uhr: 36,3 °C  
22.3.2011, 11:00 Uhr: 37,5 °C
23.3.2011,12:00 Uhr: 39,0 °C
24.3.2011, 05:00 Uhr: 45,1 °C
24.3.2011, 17:00 Uhr: 49,0 °C
25.3.2011, 10:00 Uhr: 39,5 °C
27.3.2011, 14:00 Uhr: 37,8 °C
29.3.2011, 06:00 Uhr: 37,1 °C
29.3.2011, 14:00 Uhr: 38,6 °C
29.3.2011, 23:00 Uhr: 32,4 °C

IAEA/JAIF Daten zur Wassertemperatur im BE-Lagerbecken Block 6 (Normalwerte unter 25 °C):
14.3.2011, 19:08 Uhr: 58,0 °C  
15.3.2011, 19:00 Uhr: 58,5 °C  
16.3.2011, 14:00 Uhr: 60,0 °C  
17.3.2011, 03:00 Uhr: 62,5 °C  
17.3.2011, 18:00 Uhr: 62,0 °C  
19.3.2011, 06:00 Uhr: 66,5 °C  
20.3.2011, 16:00 Uhr: 28,0 °C  
21.3.2011, 05:00 Uhr: 32,0 °C  
22.3.2011, 05:00 Uhr: 26,0 °C
22.3.2011, 11:00 Uhr: 25,0 °C
23.3.2011, 12:00 Uhr: 20,0 °C
24.3.2011, 05:00 Uhr: 23,5 °C
24.3.2011, 17:00 Uhr: 28,5 °C
25.3.2011, 10:00 Uhr: 19,5 °C
27.3.2011, 14:00 Uhr: 21,0 °C
29.3.2011, 06:00 Uhr: 22,0 °C
29.3.2011, 14:00 Uhr: 21,5 °C
29.3.2011, 23:00 Uhr: 25,0 °C

Aktuelle Angaben zu physikalischen Werten wie zum Beispiel Druck und Temperatur siehe Tabelle in Kapitel 4.

2.1.6 Zwischenlager am Standort Fukushima Daiichi

Nach Abschätzungen von IRSN sind ca. 6000 Brennelemente im Zwischenlagerbecken. Die Brennelemente sind schon länger abgeklungen als die Brennelemente in den BE-Lagerbecken der 6 Blöcke und produzieren deshalb eine geringere Nachwärme. Angaben über den Zustand der Kühlung liegen nicht vor.

Mit Stand vom 18.03.2011, 6:00 Uhr MEZ wird von der NISA angegeben, dass das Zwischenlagerbecken vollständig mit Wasser gefüllt ist. TEPCO bestätigt am 18.03.2011, 10:00 Uhr, dass der Wasserstand im Zwischenlagerbecken sichergestellt ist. Das Zwischenlagerbecken soll noch eingehend untersucht werden.
Das Trockenlager wurde am 17.03.2011 einer Sichtprüfung unterzogen. Hierbei wurden keine Abweichungen von Normalzustand festgestellt. Eine Inspektion des Trockenlagers wird vorbereitet.

NISA berichtet, dass die Wassertemperatur im Lagerbecken 55 °C ist (Stand 18.03.20011, 11:19 Uhr). Die Wasserbeckentemperatur hatte am 19.03.2011 um 09:00 Uhr 57 °C erreicht. Wasser wurde am 21.03.2011 von 10:37 Uhr bis 15:30 Uhr dem Zwischenlager eingespeist. Die Wasserbeckentemperatur betrug am 21.03.2011 um 16:30 Uhr 61 °C.

Um 15:37 Uhr (24.03.2011) wurde das Zwischenlager auf externe Stromversorgung umgestellt und anschließend der Kühlbetrieb aufgenommen (24.03.11, 18:05 Uhr).

Am 26.03.2011 um 15:30 betrug die Wassertemperatur im Becken ca. 43 °C.

Die Wassertemperatur im Becken betrug 35 °C (28.03.2011, 16:10 Uhr, NISA).

Am 30.03.2011 um 08:20 betrug die Wassertemperatur im Becken ca. 32 °C.

2.2 Fukushima Daini

Ein kleinerer Brand im Hilfsanlagengebäude Block 1 wurde innerhalb von 2 Stunden gelöscht (Quelle: European Clearinghouse).

Eine Nachwärmeabfuhr aus der Kondensationskammer war bei den Blöcken 1, 2 und 4 zunächst nicht möglich. In den Blöcken 1, 2 und 4 wurde die Kondensationskammertemperatur von 100°C überschritten. Zu Block 3 gibt es keine Angaben hierzu. Es wird berichtet, dass Block 3 am 12.03.2011 einen kalten unterkritischen Zustand erreicht hat.

Der Füllstand in den Reaktordruckbehältern in den vier Blöcken fiel nicht. Die Stromversorgung aus einem externen Netz in diesen Blöcken ist vorhanden.
Eine Druckentlastung des Containments wurde nach TEPCO-Informationen für alle 4 Blöcke vorbereitet. Sie wurde allerdings nicht durchgeführt.

Nach Reparatur der durch Meerwasser überschwemmten Nebenkühlwasserpumpen hatten am 14.03.2011 alle Blöcke den Zustand unterkritisch kalt erreicht.
Nach Betreiberinformationen wurde das Nachkühlsystem am 15.3.2011 für ca. 1 Stunde abgeschaltet. Es war danach wieder aktiv.

Am 30.03.2011 um 14:30 Uhr wurde eine Möglichkeit geschaffen, das Nachkühlsystem B für die Kühlung des Reaktors von Block 1 zusätzlich zur externen Stromversorgung an eine Notstromquelle anzuschließen. Das bedeutet, dass damit alle Blöcke durch Notstromquellen für die Restwärmeabführung gesichert sind.

Am Block 1 des KKW Daini wurde am 30.03.2011 von 17:56 Uhr bis 18:13 Uhr Rauch an den Schaltanlagen gesichtet. Mit Unterbrechung der Stromzufuhr konnte die Rauchentwicklung gestoppt werden.

Am 31.03.2011 um 13:10 Uhr durchbrach ein Mann mit seinem Automobil die Absperrungen um das Anlagengelände von Daini und befuhr das Gelände für 10 Minuten. Die Person wurde durch die Polizei festgenommen. INES-Einstufung der Behörde
Das Ereignis in Block 1 wurde von der Behörde am 12.03.2011 nach INES 3 eingestuft.
Das Ereignis in Block 2 wurde von der Behörde am 18.03.2011 nach INES 3 eingestuft.
Das Ereignis in Block 4 wurde von der Behörde am 18.03.2011 nach INES 3 eingestuft.

2.3 Onagawa und Tokai

Die Standorte Onagawa und Tokai haben nach derzeitigen Informationen keine akuten sicherheitstechnischen Probleme. In der Anlage Onagawa wurde in der Turbinenhalle ein Brand detektiert und gelöscht. Alle 3 Anlagen von Onagawa sind im Zustand abgeschaltet und kalt. Die Anlage wird derzeit überprüft.

Nach Presseangaben seien in der Anlage Tokai zwei Dieselgeneratoren ausgefallen, ein Dieselgenerator sei funktionsfähig. Von zwei Pumpen zur Kühlung stehe eine nicht zur Verfügung. TEPCO (17.03.2011, 16:00 Uhr) teilt mit, dass eine externe Netzversorgung am 13.03.2011 hergestellt worden ist. Die Kernkühlung ist seit diesem Zeitpunkt in Betrieb. 

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