Laufzeitverlängerung aussetzen reicht nicht. Atomkraftwerke müssen stillgelegt werden

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Ministerpräsidenten der Bundesländer, in denen Atomkraftwerke betrieben werden und die sich heute mit Kanzlerin Merkel zum Krisengespräch treffen, zum Ausstieg aus der riskanten Atomtechnologie aufgefordert. Es sei nicht ausreichend, jetzt die sieben älteren Atomkraftwerke vorrübergehen vom Netz zu nehmen. „Die Ministerpräsidenten der Bundesländer, in denen Risiko-Reaktoren am Netz sind, müssen endlich ihre Verantwortung erkennen und die Sicherheit der Bevölkerung vor die Gewinninteressen der Stromkonzerne stellen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Die Reaktorkatastrophe von Fukushima erfordert eine grundsätzliche Neubewertung der Risiken der Atomkraft und die Neuausrichtung der Energiepolitik in Deutschland. Nach den Atomkatastrophen von Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima muss es jetzt schnell zu einem Umsteuern kommen. Das Setzen auf Atomkraft ist keine verantwortbare Energiepolitik. Die Atomenergie schafft nur unlösbare Probleme und führt in die Katastrophe“, sagte Weiger.

Der Umweltverband forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die acht ältesten und gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland sofort und endgültig stillzulegen und die übrigbleibenden Reaktoren dann schrittweise ebenfalls abzuschalten. Neben dem neueren „Pannen-Meiler“ Krümmel bei Hamburg betreffe dies die Reaktoren Biblis A und B, Phillipsburg 1, Neckarwestheim 1, Isar 1 sowie die AKW Unterweser und Brunsbüttel. Veraltete Reaktorgebäude und Sicherheitsbehälter, nicht dem Stand der Technik entsprechende Reaktordruckbehälter und Lagerbecken könnten nicht nachgerüstet werden.

„Die schwarz-gelben Beschlüsse zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland auszusetzen, reicht nicht. Wer nach den schweren Störfällen in Japan nicht begreift, dass Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke deren Risiken verschärfen, ignoriert die physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Abschalten statt Aussetzen oder Aussitzen, das muss endlich Leitmotiv für das Handeln von Bundesregierung und Länderregierungen werden“, sagte Weiger.

Der BUND kündigte an, den Druck auf die Politik weiter erhöhen zu wollen. Am Samstag, den 26. März, soll es bundesweit in mehreren Städten – darunter in Berlin und Hamburg – erneut Demonstrationen geben.

Kontakt

Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Tel. 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

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