Die Armenische Geschichte ein Überblick

Es wird darüber noch diskutiert, welcher Rasse die Armenier angehören und in welchem geographischen Gebiet sie damals lebten. Die Armenier lebten von jeher unter der Herrschaft anderer Staaten und dienten diesen Ländern. Nach enzyklopädischen Angaben wird das ganze Gebiet von Eriwan, Göktsche-See, Nachitschewan, nördlich von Rumiye-See und Mako ‚Armenia‘ genannt, das zugleich ‚Hochland‘ bedeutet und das in diesem Gebiet lebende Volk nennt man ‚Armenier‘.

Einige armenische Historiker behaupten, die Armenier stammen von den Hetitern ab, die im 6. Jahrhundert vor Chr. im nördlichen Syrien und in Kilikien lebten. Eine andere Gruppe von Historikern behauptet aber, dass die Armenier aus der Familie Haykas, des Sohnes von Noah abstammen. Jedoch ist weiter ungewiss, wo genau dieses Volk lebte, das heute auf diesem Gebiet angesiedelt und ‚Armenier‘ genannt wird. Die Zahl der armenischen Bevölkerung, sowie ihr Anteil an der gesamten Bevölkerungszahl der in diesem Gebiet lebenden Völker ist auch nicht bekannt. Sogar die armenischen Historiker sind über ihre Herkunft nicht einig.

Die armenische Volksgemeinschaft konnte durch die Geschichte hindurch das Wesen eines Volkes und eines unabhängigen Staates nicht erwerben. Deshalb ist es für sie nicht möglich, irgendein Gebiet als „Unser Vaterland“ zu nennen. Aus diesem Grund ist auch der Traum vom „Großen Armenien“ die Folge einer Expansionspolitik. Wenn man einen Blick in die Geschichte wirft, fällt auf, dass die Armenier der Reihe nach unter der Herrschaft von Persern, Makedoniern, Seleukiden, Römern, Parthern, Sassaniden, Byzantinern, Arabern und Türken lebten. Viele von den armenischen Lehnsherrschaften wurden meistens durch die im Gebiet herrschenden Mächte gegründet, um die Armenier für sich und für ihre Interessen zu gewinnen. Es waren die türkischen Seldschuken, die die Armenier von den Grausamkeiten des Byzantinischen Reiches befreit und ihnen das Recht auf eine menschliche Lebensführung gewährt haben, als die Armenier ab 1071 unter die türkische Herrschaft kamen. In der Zeit von Fatih dem Eroberer Mehmed des II. wurde den Armeniern Religions- und Gewissensfreiheit zugesichert und das armenische Patriarchat wurde errichtet, um die religiösen und gesellschaftlichen Aktivitäten der armenischen Gemeinde zu regeln. Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten die Armenier unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches und genossen die türkische Toleranz.
Diese Zeit war ihr goldenes Zeitalter. Vom Wehrdienst waren sie ganz befreit und brauchten zum Teil auch keine Steuern zu zahlen. Dies ermöglichte ihnen im Handel, in den handwerklichen Berufen, in der Landwirtschaft und in den Verwaltungsdiensten aufzusteigen. Sie übernahmen sogar Posten im Außenministerium des Reiches, welche nach dem Aufstand der Oströmer frei wurden. Aufgrund ihrer geleisteten Dienste im Osmanischen Reich bezeichnete man das armenische Volk zu Recht als „Getreues Volk“. Bis zum letzten Viertel des 19. Jahrhunderts hatten daher weder das Osmanische Reich Probleme mit den Armeniern, noch die armenischen Mitbürger mit der türkischen Regierung.

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