Yunus Emre GER

https://i0.wp.com/okulweb.meb.gov.tr/09/07/422201/images/Yunus_Emre.JPG

Er gilt als einer der ersten mystischen Volksdichter in der türkischen Tradition. Wegen seiner Arbeiten und seiner asketischen Lebensweise (Askese) ist er in der Türkei ein anerkannter Dichter. Seine Werke sind im türkischen Bildungswesen ab der Oberstufe als Pflichtlektüre anzusehen.

Bereits im 13. Jahrhundert verfassten Mystiker Verse in türkischer Sprache. Mit dem Namen Yunus Emre wird die Tradition des singbaren, einfachen mystischen Liedes in Zusammenhang gebracht. Diese Tradition gilt von da an typisch für die Literatur der Sufi-Orden, beispielsweise der Bektaschi-Derwische. Die Bektaschis bedienen sich der Traditionen dieses Gesangs, den es schon vor dem 9. Jahrhundert gab, dem „Nefes“ (Atem). Yunus Emre bedient sich dieses Gesanges, von Aleviten Deyiş (Gesprochenes) bzw. Deme (Gesagtes) genannt.

Yunus Emre prägte den anatolischen Humanismus mit seinen zahlreichen Gedichten und Liedern. Sämtliche Werke Yunus Emres sind als İlâhi-Sammlungen (Gesangbücher) überliefert.

Nach Auffassung der türkischen Aleviten hat Yunus Emre das Alevitentum maßgeblich beeinflusst und manifestiert. Sie beziehen sich auf sämtliche Gedichte Yunus Emres, die Ali ibn Abu Talib preisen. Es gibt eine außerordentlich große Anzahl an Gedichten, die – sogar ohne Verständnis des tieferen Sinns – leicht als alevitische Gedichte gewertet werden können. Einige wenige Gedichte, die Yunus verfasst hat, muss man erst in einen alevitischen Kontext setzen, um die Botschaft, die darin enthalten ist, auch klar genug zu verstehen.

Vermutlich war Yunus Emre weder Alevit noch Sunnit. Er war einer von vielen anatolischen Humanisten. Diese humanistische Tradition wurde in Anatolien durch Haci Bektasi Veli begründet und durch Dichter wie Yunus Emre fortgeführt.

Er ist einer der wichtigsten Wegbereiter des Alevitentums. Zentrales Thema seiner Gedichte ist die sufische Philosophie, die auf den Neuplatonismus zurückgeht. Nachdem er – wie er in seinen Gedichten angibt – „40 Jahre lang“ im Dienst eines Mystikers namens Taptuk Emre gestanden hat, wird er von seinem Dienst entbunden und führt fortan das Leben eines Derwischs.

Wegen seiner Dichtung zählen die Aleviten ihn zu ihren heiligen Dichtern, auch wenn er offiziell nicht hinzugerechnet wird. In der Yunus-Emre-Camii in Karaman soll sich das Grab Yunus Emres befinden.[1]

Die Unesco erklärte das Jahr 1990 zum Yunus-Emre-Jahr (Jahr des Friedens und der Liebe).

  1. #1 von Anonymous am 02/09/2010 - 23:30

    Hallo.Ich mochte mit Ihrer Website ural-mutlu.blogspot.com Links tauschen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: