AIDS

AIDS und HIV bezeichnen nicht das Gleiche. Eine Infektion mit HIV – dem Human Immunodeficiency Virus (Humanes Immundefizienz-Virus) – kann in AIDS übergehen. AIDS ist die Abkürzung für Acquired Immuno Deficiency Syndrome (erworbenes Immundefekt-Syndrom).
Tage bis Monate nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kann es zur akuten HIV-Erkrankung kommen: Die Symptome sind denen eines grippalen Infekts ähnlich und klingen nach Tagen bis Wochen wieder ab. Danach ist der Betroffene über Jahre oder sogar Jahrzehnte beschwerdefrei.

Erst im späteren Verlauf kommt es zunehmend zu typischen Symptomen und zum Ausbruch von AIDS. Die ausgeprägte AIDS-Erkrankung ist von Gewichtsabnahme, schweren Infektionen und bestimmten Krebsarten gekennzeichnet. AIDS ist eine Erkrankung, die chronisch verläuft und derzeit nicht heilbar ist. Medikamente, die die Vermehrung von HIV im Körper hemmen, können den Ausbruch von AIDS beziehungsweise das Fortschreiten der Erkrankung heutzutage aber sehr lange hinauszögern.

Eine HIV-Infektion wird durch einen sogenannten Antikörper-Test festgestellt: Sind Antikörper gegen das HI-Virus im Blut vorhanden, geht man davon aus, dass auch die Viren im Körper sind – der HIV-Test gilt dann als positiv. Um ein sicheres Ergebnis zu erlangen, sollten nach einer möglichen Ansteckung drei Monate bis zum HIV-Test vergehen, da der Körper etwa diese Zeit braucht, um nachweisbare Antikörper zu bilden.

AIDS und HIV-Infektion bezeichnen nicht das Gleiche. AIDS ist die Abkürzung für Acquired Immuno Deficiency Syndrome (erworbenes Immundefekt-Syndrom). HIV steht für Human Immunodeficiency Virus (Humanes Immundefizienz-Virus). Eine Infektion mit diesem Virus – die HIV-Infektion – kann in AIDS übergehen.

Eine Person ist dann HIV-positiv, wenn sie das HI-Virus in sich trägt. Mehrere Tage bis drei Monate nach der Ansteckung mit HIV, kann es zur akuten HIV-Erkrankung kommen: Das Erkrankungsbild ist dem eines grippalen Infekts ähnlich. Die Symptome dieser akuten HIV-Erkrankung klingen nach Tagen bis Wochen wieder ab und der Betroffene ist über Jahre oder sogar Jahrzehnte beschwerdefrei.

Weltweit gibt es rund 33 Millionen HIV-Infizierte. Über 95 Prozent davon leben in den armen Ländern, vor allem in Afrika. Die Fortschritte der Forschung haben zu einer erheblichen Lebenszeitverlängerung der Betroffenen geführt: Neue Medikamente zögern das Auftreten von AIDS hinaus. Die Krankheit ist gewissermaßen behandelbar, wenn auch nicht heilbar geworden. Die HIV-Infektion ist daher – zumindest in Ländern mit guter gesundheitlicher Versorgung – weniger eine akute Lebensbedrohung sondern eine chronische Erkrankung, die bei entsprechender Therapie auch über Jahre hinweg nur wenige Einschränkungen mit sich bringt. AIDS bleibt jedoch weiterhin eine lebensbedrohliche Krankheit. Deshalb sind Vorsichtsmaßnahmen (wie Safer Sex), die eine HIV-Infektion und damit AIDS verhindern, nach wie vor wichtig.

Die Häufigkeit der HIV-Infektion hat seit dem Auftreten der ersten Fälle rasant zugenommen. Weltweit haben sich mehr als 60 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, 33 Millionen Menschen gelten derzeit als infiziert. Da viele Betroffene – vor allem in den armen Regionen der Erde – an AIDS versterben, zählt AIDS weltweit zu den fünf häufigsten Todesursachen.

In den reicheren Industrienationen kommt es bei sogenannten Risikogruppen wie homosexuellen Männern vergleichsweise häufig zu HIV-Infektionen. Steigende Zahlen werden derzeit allerdings auch für heterosexuelle Personen gemeldet.
AIDS in Deutschland

In Deutschland leben etwa 63.500 Menschen mit HIV. Davon sind etwa drei Viertel Männer, etwa ein Viertel sind Frauen. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Anzahl neuer HIV-Diagnosen wieder zu: 2008 sind ca. 3000 Fälle einer HIV-Neuinfektion aufgetreten. Dafür gibt es allerdings unterschiedliche Gründe: Immer mehr Menschen lassen sich heutzutage testen – und je mehr Menschen einen HIV-Test machen, um so mehr HIV-Infektionen werden auch festgestellt. Auch durch die verbesserten Therapiemöglichkeiten nimmt die Anzahl der HIV-infizierten Menschen jährlich zu, da weniger Menschen an AIDS sterben. Jedoch infizieren sich immer noch sehr viele Menschen mit dem HI-Virus. 90 Prozent der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen. Knapp zwei Drittel aller Infektionen in Deutschland sind auf ungeschützten Sex zwischen Männern zurück zu führen.

1980 traten vor allem in Los Angeles, New York und San Francisco Krankheitsverläufe auf, die es in dieser Form vorher nicht gegeben hatte. Betroffen waren zunächst ausschließlich homosexuelle Männer. Sie litten an eher seltenen Krankheiten, die typischerweise nur bei immungeschwächten Menschen auftreten: Parasitenbefall, spezielle Krebsarten (z.B. Kaposi-Sarkom) oder Lungenentzündungen wie die Pneumocystis-Carinii-Pneumonie. Rund 80 Fälle der neuen mysteriösen Krankheit wurden erfasst, darunter 26 Todesfälle. Blutuntersuchungen zeigten, dass bei den Patienten wichtige Zellen des Immunsystems (sog. T-Helferzellen) kaum noch vorhanden waren. Fehlen diese Zellen, ist die Immunabwehr so geschwächt, dass schwere Krankheiten die Folge sind.

Die staatliche Gesundheitsbehörde der USA begann, die Ursachen der Erkrankung zu untersuchen. Es gab zahlreiche Erklärungsversuche, aber keine schlüssigen Beweise. Zu diesem Zeitpunkt glaubte man noch, dass die Krankheit nur homosexuelle Männer betrifft.

Zu Beginn der 1980er Jahre gab es erste Hinweise darauf, dass über Spermien und Blut übertragbare Viren Ursache für die Krankheit sein könnten. Außerdem befiel die Erkrankung nun auch Heterosexuelle, Neugeborene und Bluterkranke und die Zahl der Erkrankungsfälle und Todesopfer stieg weiter an.

1984 entdeckten zeitgleich Luc Montagnier und Robert Gallo das HI-Virus, das nach heutiger Kenntnis seinen Ursprung in afrikanischen Affenviren hat. Kurz darauf wurde ein Testverfahren entwickelt, mit dem sich Antikörper gegen das Virus im Blut und damit eine HIV-Infektion feststellen ließen – der HIV-Test. Mitte der 1980er Jahre waren bereits mehrere Tausende an der Krankheit verstorben, die jetzt offiziell den Namen “AIDS – Acquired Immuno Deficiency Syndrome” erhielt.

Mit Zidovudin (auch Azidothymidin, AZT) stand aber 1986 erstmals ein Medikament gegen HIV zur Verfügung. AZT konnte die Krankheit zwar nicht heilen, hemmte aber ein wichtiges Enzym des HI-Virus – die Reverse Transkriptase – und konnte so der Vermehrung von HIV im Körper entgegenwirken und die Lebenserwartung von Betroffenen erhöhen. In den darauffolgenden Jahren wurden zusätzliche Medikamente entwickelt. HIV läßt sich daher heute gleichzeitig von verschiedenen Seiten bekämpfen. Zwar sinkt die sogenannte Viruslast (Zahl der Viren im Blut) unter der modernen Therapie ab – nach Absetzen der Therapie vermehren sich die Viren jedoch wieder. HIV-Infizierte und AIDS-Erkrankte sind daher auf eine Dauerbehandlung mit Medikamenten angewiesen. Aktuelle positive Ergebnisse von Impfstudien gelten als erster Erfolg in der Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes gegen HIV.
 

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